Die Geschichte der Postleitzahlen in Deutschland – und was sie für Ihre Vertriebsgebiete bedeutet

Die Geschichte der Postleitzahlen in Deutschland – und was sie für Ihre Vertriebsgebiete bedeutet

Fünf Ziffern, die jeder kennt und kaum jemand liest. 48599 steht auf unseren Paketen, 80331 auf denen unserer Münchner Kunden, 20095 auf denen in Hamburg. Wir tippen diese Zahlen in Formulare, ohne eine Sekunde darüber nachzudenken, dass in ihnen eine Ordnung steckt – eine, die zweimal komplett verworfen und neu gebaut wurde, die einen Weltkrieg, zwei deutsche Staaten und eine Wiedervereinigung überstanden hat und die heute die Grundlage für so ziemlich jede Gebietsplanung im deutschen Vertrieb bildet.

Dieser Artikel erzählt, wie es dazu kam – und warum ausgerechnet die Postleitzahl zum wichtigsten Raster für Vertriebsgebiete, Außendienstplanung und Standortanalysen geworden ist. Wer nur wissen will, wie die fünf Ziffern aufgebaut sind, springt direkt zum Abschnitt „Wie die fünfstellige Postleitzahl aufgebaut ist“.

Vor der Postleitzahl: Stempel und ein Organigramm

Der erste Versuch, Orte über Zahlen statt über Namen zu sortieren, ist älter als das Deutsche Reich. Bereits 1853 verwendete die Thurn-und-Taxis-Post sogenannte Ringnummernstempel, mit denen sich Orte einer Region an einem Zahlenbereich erkennen ließen. Ab Oktober 1854 wurden die Nummern allerdings mehr oder weniger zufällig vergeben – von einem System konnte keine Rede sein.

1917 unternahm Carl Bobe den nächsten Anlauf und gliederte Deutschland in einem Organisationsschema in Großräume, regionale und örtliche Bereiche. Die Idee war richtig, der Zeitpunkt denkbar schlecht. Umgesetzt wurde sie nicht.

1941: Der Krieg erzwingt ein System

Dass Deutschland überhaupt Postleitzahlen bekam, hat einen unerfreulichen Grund. Im Zweiten Weltkrieg explodierte das Sendungsaufkommen durch Feldpostbriefe und vor allem Feldpostpäckchen. Gleichzeitig waren die erfahrenen Postbediensteten eingezogen; sortiert wurde von kurz angelernten Kräften und Zwangsarbeitern, denen die geografischen Kenntnisse fehlten, die der Job bis dahin vorausgesetzt hatte. Wer nicht weiß, wo Neustadt liegt – und es gab reichlich Neustadts –, kann auch nichts richtig zuordnen.

Am 25. Juli 1941 gab das Reichspostministerium mit der Verfügung 407/1941 die Einführung von Päckchenleitgebieten bekannt. 24 Päckchenleitstellen mit ihren Unterleitstellen wurden von 1 bis 24 durchnummeriert; die 21 stand beispielsweise für die Provinz Westfalen. Das galt zunächst nur für den Paketdienst.

Am 19. Oktober 1943 folgte die „Anweisung für den Briefverteildienst“ und damit 32 Leitgebiete für den zivilen Postverkehr. Ab Anfang 1944 wurde die Bevölkerung aufgefordert, die Zahl auch tatsächlich zu schreiben – und zwar in einem Kreis von etwa der Größe eines Zehnpfennigstücks links neben dem Bestimmungsort. Ab März 1944 gehörte sie auf jedes amtliche Formular, ab Juni 1944 in die Poststempel.

Zeitstrahl der deutschen Postleitzahlengeschichte von 1853 bis 1993
Vier Systeme in gut fünfzig Jahren: Was 1941 als Notlösung für den Paketdienst begann, ist seit 1993 die Grundlage für Briefzentren, Zustellbezirke – und für praktisch jede Gebietsplanung im deutschen Vertrieb.

Nach 1945: ein System, das kaum jemand benutzte

Die Leitzahlen galten nach Kriegsende mit kleineren Anpassungen weiter. Ein Teil der Nummern war schlicht überflüssig geworden, weil die zugehörigen Gebiete nicht mehr zu Deutschland gehörten. Vor allem aber verlor die Postleitzahl in den 1950er Jahren rapide an Rückhalt: Nur noch jede dritte Sendung trug sie überhaupt. In der Bundespost wurde ernsthaft erwogen, das Ganze wieder abzuschaffen.

Gerettet hat sie die Technik. Mitte der 1950er Jahre begann die Automatisierung des Briefverteildienstes, und eine Maschine kann mit einer Zahl deutlich mehr anfangen als mit der Handschrift eines Absenders. 1956 kam für den Paketdienst zunächst ein Zwischensystem: Jedes selbstständige Postamt erhielt samt seiner Zweigpostämter und Poststellen eine Amtskennzahl, insgesamt 22 Grundnummern. Ab dem 30. Juli 1956 standen sie auch auf den Einschreibzetteln. Abgelöst wurde dieses System am 1. April 1964; die alten R-Zettel durften noch bis zum 31. Mai aufgebraucht werden.

1962: „Vergißmeinnicht“ – die vierstellige Postleitzahl im Westen

Den entscheidenden Schub gab Bundespostminister Richard Stücklen. Am 3. November 1961 wurde das neue System im Amtsblatt Nr. 126 des Bundesministeriums für das Post- und Fernmeldewesen bekanntgegeben, gültig ab dem 23. März 1962.

Die Systematik war sauber hierarchisch aufgebaut: sieben Leitzonen, jede unterteilt in bis zu zehn Leiträume, jeder Leitraum wiederum in bis zu zehn Leitbereiche. Die erste Ziffer bezeichnete die Leitzone, und die Zuordnung liest sich wie eine Landkarte der westdeutschen Ballungsräume:

  • 2 Hamburg  ·  3 Hannover  ·  4 Düsseldorf  ·  5 Köln
  • 6 Frankfurt am Main  ·  7 Stuttgart  ·  8 München

Die 1 fiel aus dieser Reihe: Sie war West-Berlin vorbehalten, das mit der 1000 eine eigene Zahl bekam.

Bemerkenswert ist, was nicht vergeben wurde. Das System war von Anfang an für ganz Deutschland gedacht: Die Bereiche 1001–1999, 2500–2799, 3600–3999 und 9000–9999 – zusammen 2.699 Nummern – blieben für die DDR reserviert und wurden im Westen nicht vergeben. Der Bereich 0000–0999 blieb komplett ungenutzt. Für die Bundesrepublik verblieben damit 6.300 Zahlen.

Und diesmal warb die Post. Ab März 1962 lief die Kampagne „Vergißmeinnicht – die Postleitzahl, der schnelle Wegbegleiter“, samt gleichnamiger Fernsehshow. Der Effekt war beachtlich: Bereits Ende 1962 trugen rund 75 Prozent aller Briefsendungen eine Postleitzahl, ein Jahr später waren es 94 Prozent. 1974, im Zuge der elektronischen Datenverarbeitung, wurden die bis dahin ein-, zwei- oder dreistelligen Zahlen größerer Orte durch angehängte Nullen auf einheitlich vier Stellen gebracht.

1965: Die DDR geht eigene Wege

Die für die DDR reservierten Nummernkreise wurden nie gebraucht. Zum 1. Januar 1965 führte die Deutsche Post der DDR ein eigenes vierstelliges System ein und verteilte den kompletten Bereich von 1000 bis 9999 auf Ost-Berlin und die vierzehn Bezirke.

Im Alltag sahen diese Postleitzahlen oft gar nicht vierstellig aus. Endnullen wurden weggelassen, sodass Magdeburg schlicht als „30“ geschrieben wurde – korrekt wäre 3000 gewesen. An der Stellenzahl ließ sich der Rang der Dienststelle ablesen: zwei- und dreistellige Zahlen gehörten den Leitpostämtern, vierstellige mit den Endziffern 2 bis 9 den nachgeordneten Ämtern. 1979 zog die DDR mit der elektronischen Datenverarbeitung nach und füllte ebenfalls auf vier Stellen auf.

Wenn Bonn und Weimar dieselbe Nummer haben

Zwei getrennt entwickelte Systeme im selben Zahlenraum führen zwangsläufig zu Kollisionen. Die 5300 stand im Westen für Bonn und im Osten für Weimar. Für den innerdeutschen Postverkehr behalf man sich mit Präfixen, und die wechselten mehrfach:

  • Von West nach Ost wurde bis 1974 ein vorangestelltes x empfohlen, etwa x43 Quedlinburg.
  • Von Ost nach West stand ab 1964 eine führende 0 vor der Zahl.
  • Mit dem Abkommen über das Post- und Fernmeldewesen vom 20. März 1976 wurde es einheitlich: D- vor westdeutschen Postleitzahlen bei Sendungen aus der DDR, DDR- in die Gegenrichtung.

Die stillen Vorläufer der Großempfänger-Postleitzahl

Ab den 1970er Jahren richtete die Bundespost sogenannte fiktive Zustellpostämter für Empfänger mit besonders hohem Sendungsaufkommen ein. Wer schon einmal eine alte Fernsehzeitschrift in der Hand hatte, kennt das Ergebnis: 6500 Mainz 500 für das ZDF-Sendezentrum oder 2000 Hamburg 888 für den Otto-Versand. Das waren die unmittelbaren Vorläufer der heutigen Großempfänger-Postleitzahlen. Mit der Reform 1993 verschwanden die Zustellpostamtsnummern wieder – die Funktion wanderte in die fünfstellige Zahl selbst.

1993: „Fünf ist Trümpf“

Nach 1990 existierten in einem Land zwei vierstellige Systeme nebeneinander: 5.420 Postleitzahlen insgesamt, davon 3.400 im Verkehrsgebiet West und 2.020 im Verkehrsgebiet Ost. Als Übergangslösung stellte man W- beziehungsweise O- voran, was in Verbindung mit dem internationalen Länderkürzel Adresszeilen wie „D-W-1000 Berlin“ hervorbrachte.

Der naheliegende Gedanke, nur die doppelt vergebenen Nummern zu ändern, wurde rasch verworfen. Das westdeutsche System hatte über dreißig Jahre hinweg eigene Schwächen entwickelt, und die Post plante ohnehin den Umbau ihrer gesamten Sortierlogistik. Am 24. Oktober 1991 entschied sich der Vorstand der Deutschen Bundespost Postdienst für ein komplett neues, fünfstelliges System. Das Posttechnische Zentralamt entwickelte es bis 1993 und holte sich dafür Erfahrungen aus Frankreich, den Niederlanden und vor allem aus Schweden.

Am 1. Juli 1993 war es so weit. Die fünfstellige Postleitzahl schuf die Grundlage für das Briefzentrenkonzept: Seither genügen zwei Sortiergänge, um einen Brief dem richtigen Zusteller zuzuordnen. Heute betreibt die Deutsche Post rund achtzig solcher Briefzentren, meist eines je Leitregion.

Begleitet wurde die Umstellung von einer Werbekampagne, an die sich viele noch erinnern: die Comicfigur Rolf und der Slogan „Fünf ist Trümpf“, dazu ab dem 9. Mai 1993 die RTL-Spielshow „Die Post geht ab!“ mit Rudi Carrell. Das neue Postleitzahlenbuch ging in einer Auflage von 40 Millionen Stück kostenlos an alle Haushalte. Eine Neuauflage erschien erst wieder am 4. Oktober 2005 – nun kostenpflichtig und auf drei Millionen Exemplare begrenzt.

Übrigens war nicht jeder begeistert. Neu und ungewohnt war die 0 als führende Ziffer; vereinzelt gab es Proteste, weil man darin eine Herabwertung des eigenen Ortes vermutete.

Wie die fünfstellige Postleitzahl aufgebaut ist

Die Systematik ist schnell erklärt, und sie ist der Grund, warum sich Postleitzahlen so gut für Gebietsarbeit eignen: Sie ist hierarchisch. Jede Ziffer engt den Raum weiter ein.

Schematische Darstellung des Aufbaus einer fünfstelligen Postleitzahl am Beispiel 48599
Die erste Ziffer bezeichnet die Postleitzone, die ersten beiden zusammen die Postleitregion, alle fünf das einzelne Postleitgebiet.

Die erste Ziffer: zehn Postleitzonen

Die Zone ist die gröbste Ebene und teilt die Republik in zehn große Blöcke. Sie ist das, was auf jeder guten Postleitzahlenkarte flächig eingefärbt ist – und der Grund, warum sich Vertriebsmitarbeiter im Gespräch über „die Fünf“ oder „die Acht“ sofort verstehen.

Karte der zehn deutschen Postleitzonen 0 bis 9
Die zehn Postleitzonen. Anders als 1962 folgen sie nicht mehr den großen Postdirektionen, sondern wurden 1993 geografisch neu geschnitten – die 0 und die 1 nehmen den Osten auf.

Für jede dieser Zonen gibt es bei uns eine eigene Wandkarte, von der Postleitzone 0 über die Postleitzone 4 bis zur Postleitzone 9. Sinnvoll ist das immer dann, wenn ein Team oder eine Niederlassung genau für eine Zone zuständig ist und die restliche Republik nur Platz an der Wand wegnehmen würde.

Die zweite Ziffer: 96 Postleitregionen

Zone und zweite Ziffer zusammen ergeben die Postleitregion, oft auch schlicht „PLZ 2“ genannt. Das ist die Ebene, auf der die Post ihre Briefzentren betreibt – und, praktisch noch wichtiger, die Ebene, auf der Massensendungen und Infopost sortiert werden. Wer Werbesendungen vorsortiert einliefert, rechnet in Leitregionen.

Definiert sind 96 Leitregionen; die Ziffernkombinationen 00, 05, 43 und 62 sind nicht belegt, wobei die 62 intern das Internationale Postzentrum in Frankfurt am Main bezeichnet. Auf einer Karte darstellbar sind allerdings nur 95 davon – die Leitregion 11 existiert zwar, umfasst aber ausschließlich Großempfänger ohne eigenes Zustellgebiet. Ihre prominenteste Adresse ist 11011 Berlin: der Deutsche Bundestag.

Karte der 95 flächigen deutschen Postleitregionen mit zweistelligen Postleitzahlen
Die zweistelligen Postleitregionen. Für Gebietszuschnitte im Vertrieb ist das meist die erste Ebene, auf der man wirklich arbeiten kann – grob genug für die Übersicht, fein genug für eine erste Aufteilung.

Die Ziffern drei bis fünf: das einzelne Postleitgebiet

Innerhalb einer Leitregion sind zwischen 20 und 200 Nummern für Leitbereiche vergeben, wobei jeder Gemeinde ein Nummernbereich zugeordnet ist. Und innerhalb dieses Bereichs gilt eine feste Reihenfolge: Die niedrigsten Nummern gehören den Postfachanlagen, darüber liegen die Großempfänger, die höchsten Nummern sind die Zustellbezirke.

Dreistufige Darstellung von der Postleitzone über die Postleitregion bis zum fünfstelligen Postleitgebiet
Die Kaskade am Beispiel unseres eigenen Standorts: Zone 4, Leitregion 48, Postleitgebiet 48599 Gronau (Westf.).

Fünf Arten von Postleitzahlen

Nicht jede Postleitzahl steht für ein Stück Landkarte. Unterschieden werden:

  • Hauszustellungs-Postleitzahlen – die klassische Adresse, gut 8.000 bundesweit. Nur diese lassen sich als Fläche darstellen.
  • Postfach-Postleitzahlen – zahlenmäßig die größte Gruppe, rund 16.500.
  • Gruppen-Großempfänger – mehrere große Adressaten teilen sich eine Nummer.
  • Einzel-Großempfänger – eine Nummer für eine einzige Organisation.
  • Aktions-Postleitzahlen – befristet, etwa für Briefwahlen oder Gewinnspiele.

Insgesamt sind derzeit etwa 30.000 der theoretisch möglichen 100.000 Kombinationen in Gebrauch. Der große Rest ist Reserve – und genau das war der Sinn der Übung: Ein neues Wohngebiet, ein neuer Großempfänger oder eine neue Postfachanlage lässt sich einfügen, ohne dass irgendjemand seine Adresse ändern muss.

Kuriositäten, die es tatsächlich gibt

Ein System, das so lange läuft, sammelt Sonderfälle:

  • Büsingen am Hochrhein, deutsche Exklave in der Schweiz, hat zwei Postleitzahlen: die schweizerische 8238 und die deutsche 78266.
  • Kleinwalsertal und Jungholz gehören zu Österreich, sind aber nur über deutsches Gebiet erreichbar. Sie führen neben der österreichischen auch eine deutsche Postleitzahl – 87569 für die Walser Gemeinden Riezlern, Hirschegg und Mittelberg, 87491 für Jungholz.
  • Sieben Gebäude in Deutschland haben eine eigene Postleitzahl, darunter mehrere Frankfurter Hochhäuser wie der Opernturm (60306), der Messeturm (60308) oder The Squaire (60600) – und das Schneefernerhaus auf der Zugspitze (82475).
  • Der Gutsbezirk Reinhardswald im Landkreis Kassel ist rund 185 km² groß und wurde 1993 schlicht vergessen. Die beiden dort gemeldeten Einwohner bekamen jahrelang ihre Post als unzustellbar zurück.

Was eine Postleitzahl nicht ist

Hier beginnt der Teil, der im Vertriebsalltag regelmäßig für Ärger sorgt. Postleitzahlengebiete sind Zustellgebiete. Sie wurden nach der Logik der Briefzustellung geschnitten – und nach keiner anderen.

Eine Postleitzahl ist kein Flächenmaß. In unserem aktuellen Kartenbestand umfasst Deutschland 8.173 fünfstellige Zustellgebiete. Das kleinste davon ist ein einzelnes Frankfurter Hochhaus mit wenigen tausend Quadratmetern, das größte ist 17268 Templin in der Uckermark mit knapp 892 km² – ungefähr die Fläche Berlins. Der Median liegt bei rund 27 km². Wer Gebiete nach „Anzahl Postleitzahlen“ gleich verteilt, hat also überhaupt nichts gleich verteilt.

Deutschlandkarte, die die Postleitgebiete nach ihrer Fläche einfärbt
Jedes fünfstellige Postleitgebiet, eingefärbt nach seiner Fläche. In den Ballungsräumen liegen Dutzende winziger Gebiete nebeneinander, in der Uckermark oder der Prignitz deckt eine einzige Postleitzahl ganze Landstriche ab.

Eine Postleitzahl ist keine Verwaltungseinheit. PLZ-Grenzen folgen weder Gemeinde- noch Kreis- noch Bundeslandgrenzen. Es gibt Postleitzahlen, die über eine Landesgrenze hinweggehen, und Gemeinden, die sich mehrere Postleitzahlen teilen. Wer Vertriebsgebiete mit amtlichen Strukturdaten – Einwohnerzahlen, Kaufkraft, Betriebsstättenstatistik – kombinieren möchte, braucht deshalb eine Karte, die beides zeigt.

Kartenausschnitt Münsterland mit fünfstelligen Postleitzahlengrenzen, Autobahnen und Bundesstraßen
Ausschnitt aus unseren Kartendaten: Die roten Linien sind Grenzen fünfstelliger Postleitgebiete. Man sieht gut, dass sie sich weder an Kreisgrenzen noch an Straßen orientieren – sie folgen den Zustellwegen.

Postleitzahlen auf Landkarten

Genau deshalb sieht eine gute Postleitzahlenkarte so aus, wie sie aussieht: Sie bildet die Hierarchie ab, statt nur Zahlen zu drucken.

Ausschnitt aus einer gedruckten Postleitzahlenkarte im Raum Hamburg und Schleswig-Holstein
Ausschnitt aus der gedruckten Postleitzahlenkarte im Raum Hamburg: Postleitzonen flächig, Postleitregionen mit roten Grenzlinien, fünfstellige Postleitzahlen an jedem erfassten Ort.

Drei Ebenen liegen dabei übereinander:

  • Die Postleitzonen sind flächig unterschiedlich eingefärbt – Orientierung auf zwei Meter Entfernung.
  • Die Postleitregionen sind durch kräftige rote Linien getrennt und in roter Schrift beziffert.
  • Die fünfstelligen Postleitzahlen stehen direkt am jeweiligen Ort, ebenfalls in Rot.

Darunter liegt eine topografische Grundlage mit Straßennetz, Bahnlinien, Ortschaften und Gewässern. Ohne die wäre eine PLZ-Karte nur ein Zahlenteppich; erst der geografische Unterbau macht sie im Gespräch benutzbar.

Welche Karte für welchen Zuschnitt

Der Klassiker ist unsere Postleitzahlenkarte Deutschland – vielen Unternehmen noch als Bacher- beziehungsweise Kastanea-Karte bekannt und in genau dieser Form seit Jahren in Vertriebsabteilungen im Einsatz. Es gibt sie in vier Formaten, vom Büroformat 84 × 119 cm bis zur Planungskarte 147 × 200 cm im Maßstab 1:450.000.

Wenn Sie zusätzlich Verwaltungsgrenzen brauchen – etwa weil Ihre Gebiete an Landkreisen hängen oder Sie amtliche Daten zuordnen –, ist die PLZ- und Verwaltungskarte Deutschland die richtige Wahl. Sie zeigt dieselbe PLZ-Systematik, ergänzt um Kreis- und Bundeslandgrenzen.

Aufgabe Passende Ebene Empfehlung
Bundesweite Gebietsübersicht PLZ 1 und PLZ 2 PLZ-Karten Deutschland
Feiner Gebietsschnitt im Außendienst PLZ 5 Postleitzahlenkarte Deutschland im Großformat
Gebiete an Landkreisen ausgerichtet PLZ + Verwaltung PLZ- und Verwaltungskarte
Eine Region, dafür in Ruhe Bundesland oder Zone NRW, Bayern, Baden-Württemberg
Halbes Bundesgebiet Nord / Süd / Ost / West Norddeutschland, Süddeutschland
Ballungsraum in hoher Auflösung PLZ 5 Ruhrgebiet, Rhein-Main
Ein einzelnes Zustellgebiet genau eine PLZ 5 Karten zu allen 8.173 Postleitzahlen

Und wenn keiner dieser Zuschnitte passt: Über die Landkarten-Manufaktur lässt sich jeder beliebige Ausschnitt Deutschlands als eigene PLZ-Karte erzeugen – sinnvoll etwa, wenn Ihr Vertriebsgebiet quer über zwei Bundeslandgrenzen läuft und jede fertige Karte an der falschen Stelle endet.

Warum Postleitzahlen im Vertrieb den Ton angeben

Eine belastbare Außendienststruktur braucht überschneidungsfreie Gebiete. Theoretisch könnte man dafür Landkreise nehmen, Bundesländer oder eigene Zuschnitte. In der Praxis gewinnt fast immer die Postleitzahl, und das aus einem sehr unromantischen Grund: Sie steht bereits in jedem Datensatz. Jede Kundenadresse, jeder Lead, jede Rechnung enthält eine Postleitzahl. Kein anderes Raumraster ist so vollständig in den eigenen Systemen vorhanden.

In der Praxis arbeitet man in zwei Stufen. Die zweistellige Ebene ist gut für den ersten Wurf – „diese acht Leitregionen sind Nord“ –, aber zu grob, um Arbeitslast fair zu verteilen. Die fünfstellige Ebene ist die Feinarbeit: Damit lassen sich Gebiete so schneiden, dass Umsatzpotenzial und Fahrzeit halbwegs zusammenpassen.

Auf einer gedruckten Karte geht das erstaunlich schnell. Setzen Sie Ihre Standorte und wichtigsten Kunden, ziehen Sie erste Grenzen und diskutieren Sie sie im Team. Unsere laminierten und aufgezogenen Ausführungen lassen sich mit wasserlöslichen Stiften beschriften; Entwürfe wischt man einfach wieder weg. Die Pin-BOARD- und Pin-/Magnet-BOARD-Varianten nehmen Nadeln und Magnete auf – praktisch, wenn Kundenstandorte und Reviere über Monate an der Wand bleiben sollen.

Der Vorteil der Wandkarte ist banal und wird trotzdem regelmäßig unterschätzt: Sie ist immer an, alle sehen dasselbe, und niemand muss einen Bildschirm teilen. Wer die Gebiete anschließend rechnen, filtern und mit eigenen Kennzahlen hinterlegen will, ergänzt sie um eine Geomarketing-Software. Wir empfehlen dafür easymap, mit dem sich eigene digitale PLZ-Karten, Gebietsauswertungen und Thematiken erstellen lassen. In der Praxis spielen sich beide Werkzeuge zu: Die Software rechnet, die Wandkarte entscheidet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die deutsche Postleitzahl entstand 1941 als Kriegsnotlösung für den Paketdienst – nicht als Ordnungsidee am Reißbrett.
  • 1962 kam die vierstellige Zahl im Westen, 1965 ein eigenes vierstelliges System in der DDR; beide waren hierarchisch aufgebaut und teilweise deckungsgleich nummeriert.
  • Seit dem 1. Juli 1993 gilt bundesweit die fünfstellige Postleitzahl. Sie ist die Grundlage der Briefzentren und bewusst mit großen Reserven angelegt.
  • Die Ziffernfolge ist hierarchisch: Zone, Region, Zustellgebiet – genau deshalb eignet sie sich für Gebietsplanung.
  • Postleitzahlengebiete sind Zustellgebiete. Sie sind unterschiedlich groß und folgen keinen Verwaltungsgrenzen – wer damit plant, sollte das wissen.

Sie sind unsicher, welche Ebene und welches Format zu Ihrer Gebietsstruktur passt? Schreiben Sie uns kurz, wie viele Außendienstmitarbeiter Sie einteilen und ob Sie bundesweit oder regional arbeiten. Wir sagen Ihnen dann, welche Karte wir empfehlen würden – und ob sich in Ihrem Fall ein individueller Ausschnitt lohnt.

Hinweis zu den Abbildungen: Die Karten und Grafiken in diesem Artikel haben wir aus unseren eigenen Geodaten erzeugt. Die Flächen- und Anzahlangaben – 8.173 fünfstellige Zustellgebiete, 95 flächige Leitregionen, Median 27 km² – sind aus demselben Datenbestand berechnet und keine übernommenen Schätzwerte.